Historikerin PD Dr. Anna-Maria Zumholz zum Projekt Kreuz zeigen bei „ffn am Sonntag. Die Kirche.“ Niedersachsen, 21.7.; Die Historikerin PD Dr. Anna-Maria Zumholz war am Sonntag (19. Juli) im Radio bei ffn zu hören. Der Grund: Vor genau 90 Jahren schrieben die Menschen im Oldenburger Münsterland mit dem sogenannten Kreuzkampf Geschichte, indem sie sich 1936 erfolgreich dem nationalsozialistischen Erlass zur Entfernung von Kreuzen aus Schulen widersetzten. Historikerin Maria Anna Zumholz erklärt dazu, dass es den Nationalsozialisten im Kern darum gegangen sei, die Jugend in ihrem Sinne zu indoktrinieren und den Einfluss der katholischen Kirche systematisch zurückzudrängen. „Jeder weiß ja, wer die Jugend hat, hat die Zukunft,“ sagte sie wörtlich. Während an anderen Orten Kompromisse eingegangen wurden, markierte die geplante Entfernung der Kreuze im Oldenburger Land den entscheidenden „Knackpunkt für die Bevölkerung zu sagen: ‚Das machen wir nicht mit‘“. Katholische Christen formierten sich daraufhin zum Widerstand, was schließlich dazu führte, dass der NS-Gauleiter Karl Röver nach einer hochgeladenen Versammlung in Cloppenburg den Erlass zurücknehmen musste.
An dieses seltene und erfolgreiche historische Beispiel des Widerstands erinnert die katholische Kirche im Oldenburger Land mit kommunalen Partnern mit der breit gefächerten Aktion „Kreuz zeigen“, die unter anderem Vorträge, eine Predigtreihe, einen Social-Media-Wettbewerb und eine Ausstellung umfasst. Für Zumholz, welche die Ausstellung mitorganisiert hat, trägt das historische Ereignis eine zeitlose Relevanz in sich. Es gehe heute wie damals darum, „dass wieder Werte vermittelt werden, zu denen wir stehen und die wir auch leben, selbst dann, wenn es unbequem ist“. Die Aktion solle somit dazu anregen, auch in der Gegenwart couragiert für die eigenen Überzeugungen und Werte einzutreten.
Hier der Beitrag von Stefanie Behnke und Tabea Kolbeck:
